Rückblick auf unsere Projektreise 2025
Dorfbesuch Zeitun (Sr. Joanna)
Der Besuch im Dorf Zeitun zeigte eindrucksvoll, wie Schwester Joanna und ihr Team gesellschaftliche Veränderungen in einer patriarchalisch geprägten Gemeinschaft anstoßen. Durch getrennte Schulungen für Frauen und Männer werden sensible Themen wie häusliche Gewalt, weibliche Genitalbeschneidung, Hygiene und gesunde Ernährung offen und ohne Scham besprochen. Ergänzend dazu gibt es eigene Alphabetisierungskurse, die besonders Frauen stärken und ihnen neue Handlungsspielräume eröffnen. Die Aufklärung über die schweren Folgen der Beschneidung wirkt nachhaltig – viele Frauen berichteten, dass ihre eigenen traumatischen Erfahrungen sie dazu bewogen haben, ihre Töchter davor zu schützen.
Auch die Arbeit mit männlichen Jugendlichen und Männern hinterließ einen tiefen Eindruck. In ihren Gruppen lernen sie, familiäre Konflikte gewaltfrei zu lösen, Verantwortung zu übernehmen und traditionelle autoritäre Muster zu hinterfragen. Ein junger Mann schilderte, wie wichtig es für ihn sei, mit seiner Wut umgehen zu lernen, um Gewalt in Familie und Gemeinschaft zu verhindern. Diese Schulungen öffnen vielen Teilnehmern neue Lebensperspektiven und fördern ein respektvolles Miteinander.

Neben der sozialen Bildungsarbeit unterstützt Sr. Joanna rund 200 Studierende aus den umliegenden Dörfern mit Stipendien, die Transport, Studiengebühren und Bücher abdecken. Zusätzlich gibt es im Sommer berufsbildende Kurse, die jungen Menschen einen ersten Zuverdienst ermöglichen. Trotz der sehr niedrigen Lebenshaltungskosten bleibt die finanzielle Situation der Studierenden und ihrer Familien herausfordernd – doch die Förderung eröffnet ihnen echte Zukunftschancen.
Insgesamt zeigt das Engagement in Zeitun, wie kontinuierliche, sensible Aufklärungsarbeit tief verwurzelte Traditionen verändern und Gewaltkreisläufe durchbrechen kann – Schritt für Schritt, Tropfen für Tropfen.


