Ezbet el Nakhl: Die zweitgrößte „Müllstadt“ in Kairo

Nasser, unser Fahrer, erwartet uns früh morgens am Windsor Hotel, um mit uns nach Ezbet el Nakhl zu fahren. Als wir von der Hauptstraße in die Garbage Area einbiegen, fahren wir über holprige nicht befestigte Straßen, vorbei an Eselskarren, die mit Papier, Plastik und anderem Müll beladen sind.  Ein leicht süßlicher und zugleich beißender Geruch steigt uns in die Nase. Die Gassen werden immer enger, wir fahren vorbei ein kleinen Läden, die Obst, Kleinwaren, Fleisch und was man braucht, anbieten. Im Zentrum des Müllgebietes angekommen, werden wir von Sr. Monika empfangen, die uns in die kleine Ambulanz an der Ecke des Viertels führt. Hier werden kleinere Verletzungen, die durch die tägliche Arbeit mit dem Müll entstehen, behandelt. Vom Dach des Gebäudes haben wir einen Ausblick auf die vielen kleinen Hütten und Sammelstationen, die es immer noch im Müllgebiet gibt.

In der Mahabba Schule, einige Meter weiter, treffen wir auf eine ungewohnte Situation: In diesen Tagen finden die zentralen Abschlussprüfungen statt, ein wichtiger Schritt, um den Träumen der Kinder von einer besseren Zukunft ein Stück näher zu kommen. In einer Pause erzählen uns die Kinder von ihren Berufswünschen, einmal Ärztin, Ingenieurin oder Informatiker zu werden. Das, was vor 15 Jahren noch undenkbar war, dass Kinder aus dem Müllgebiet einmal einen guten Beruf auch außerhalb des Müllgebietes ergreifen können, wird immer mehr Realität. Mittlerweile arbeiten die ersten Lehrerinnen und Lehrer an der Schule, die selbst dort Schüler waren.

Beim Konvent der Schwestern in Ezbet el Nakhl, im Salam Center, bestaunen wir den Rohbau des neuen Krankenhauses, wo es bald mit dem Innenausbau weiter geht. Auch beim Konvent wurden zwei Stockwerke zusätzlich errichtet, um die wachsende Schwersternschaft zu beherbergen.

Beni Suef: Besuch in der Dorfentwicklung

Sr. Amalia und Sr. Joanna kommen am Montagmorgen aus Beni Suef, um uns aus Kairo abzuholen. Nach einem köstlichen Mahl im Kindergarten von Sr. Amalia, das von Kindergarten-Eltern für uns vor bereitetet ist, machen wir einem kleinen Rundgang durch die Einrichtung. In den Montessori-Räumen bestaunen wir die überwiegend selbstgefertigten Lehrmaterialien, die turnusmäßig gewechselt werden, damit die Kinder immer wieder eine neue Herausforderung haben.

Am folgenden Tag fahren wir mit Sr. Joanna in ein Dorf bei Sidment. Dort bekommen wir die Gelegenheit mit ca. 25 Frauen aus dem Dorf ins Gespräch zu kommen. Seit unzähligen Generationen leiden Mädchen und Frauen unter der praktizierten Genitalverstümmelung. Sehr beeindruckt sind wir über die Offenheit und die Bereitschaft, über dieses sensible Thema zu sprechen. Wir treffen selbstbewusste Frauen, die sich bewusst gegen die Beschneidung ihrer Töchter entschieden haben. Eine Frau berichtet, dass ihre Tochter an diesem Tag Hochzeit feiert. Sie ist nicht beschnitten und dies wird auch von ihrem Mann akzeptiert. So wird die schmerzhafte Tradition in dieser Familie ein Ende finden. Dies ist ein ganz besonderer Erfolg der Arbeit von Sr. Joanna und ihren Mitarbeiterinnen.

Mit Freude nehmen wir wahr, dass auch die anderen Programme, die Frauen unterstützen und stark machen, Erfolg haben. Eine Frau zeigt uns ihre Hühner- und Entenzucht. Eine junge Witwe mit vier Töchtern präsentiert uns stolz ihren kleinen Laden im Eingangsflur eines Hauses, in dem sie selbst das untere Zimmer bewohnt. Eine Nähmaschine, ein Friseurstuhl und ein kleiner Laden mit Kleinwaren und selbstgemachter Flüssigseife nennt sie ihr Eigen. Mit strahlenden Augen berichtet sie, dass ihre Töchter gut in der Schule sind. Vor dem Tod ihres Mannes hatten sie noch gemeinsam beschlossen, ihre Mädchen nicht beschneiden zu lassen.

Kirche des gerechten Friedens

Die Landessynode hat anlässlich des Endes des Ersten Weltkrieges vor 100 Jahren ein Friedenswort verabschiedet. Es soll auf allen Ebenen der rheinischen Kirche mit dem Ziel diskutiert werden, Kirche des gerechten Friedens zu werden. Enthalten sind auch Forderungen nach einem Atomwaffen-Abzug und dem Stopp von Rüstungsexporten.

Der Kirchenkreis Moers hat sich bei seiner letzten Synodaltagung ausführlich mit dem Positionspapier befasst und eigene Schritte definiert.
Sr. Amalia, vom koptischen Orden der „Daughers of Saint Mary“, schreibt auf die Positionsbestimmung des Kirchenkreises:

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Ein Wiedersehen in Ezbet el Nakhl

Mit der Metro fahren wir von Orabi bis Ezbet el Nakhl. Als wir dort aussteigen glauben wir unseren Augen nicht. Eine riesige Pracht-Moschee steht gegenüber dem Metro-Ausgang, Links daneben noch die Ursprungs-Moschee. Auch hier wird gebaut und modernisiert. Vor dem Ausgang wimmeln die Tuck-Tucks, der Müll stapelt sich am Straßenrand. Mit einem Kleinbus fahren wir in das Herz von Ezbet el Nakhl, zur Mahabba Schule.

Wir laufen eine schmale Straße entlang.

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Ostern 2018 in Kairo

„Tja, Kairo, diese laute, schmutzige, hektische, unüberschaubare Stadt ist doch einfach super!!!! Wie schön die gereinigten und restaurierten Gebäude von außen aussehen und wie viel Aktivität dort überall zu spüren war. Die Menschen, freundlich, wie ich sie sonst immer in Ägypten erlebt habe, das war eine große Freude!!! Endlich wieder entspannt dort herumlaufen und nach der ein oder anderen Kurve doch alles finden, was wir uns vorgenommen hatten – ach Kairo, bei dir bleib ich demnächst mal wieder länger zu Besuch. Dann werde ich mir mal einen ganzen Tag im Ägyptischen Museum gönnen und vielleicht überhaupt mal eine Museumswoche dort einlegen. Ach ja und in die Oper möchte ich auch mal gehen und ins Kino und gerne auch noch mal ins Theater – ich sehe schon, ich muss blad wieder kommen.“

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Bilderbogen – Besuch aus Beni Suef und Ezbet el Nakhl

Eine Woche waren unsere Geschwister aus der koptischen Kirche bei uns im Kirchenkreis Moers zu Gast. Das Besondere an der Begegnung war, dass wir zum ersten Mal alle Projektverantwortlichen der Partnerschaft aus Beni Suef und Ezbet el Nakhl gemeinsam zu Besuch hatten.

Nach dem Besuch beim Superintendenten standen am Donnerstag die ersten Besuche in den Kirchengemeinden Moers-Utfort, Moers-Hochstrass und Moers-Asberg auf dem Programm, sowie ein Seminar für Lehrerinnen und Lehrer im Schulreferat und ein Abendessen in der Kirchengemeinde Repelen.

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